Geschichte

1960
1960 Gründung des THW Ortsverbandes Erkelenz mit dem Stützpunkleiter Meurer. Die Unterkunft befindet sich in Erkelenz im alten Molkereigebäude. Gottfried Schopphoven wird Mitte der 60er Jahre Ortsbeauftragter.
Eine Nebenstelle des Stützpunktes Erkelenz in den Ortschaften Gerderath / Myhl fusioniert später zum neu gegründeten Stützpunkt Hückelhoven.

1974
Martin Bollenberg löst den verstorbenen Ortsbeauftragten Gottfried Schopphoven ab.

1975 / 1976
Umzug der THW-Unterkunft von den Räumlichkeiten des DRK - Erkelenz (Garagen, Kellerräume) auf der Graf-Reinald-Straße nach
Erkelenz-Bellinghoven.
Da die Unterkunft nur einen Stellplatz für ein kleineres Fahrzeug (VW-Bus) bietet, bleibt für die übrigen Fahrzeuge des Bergungszuges sowie der beiden Instandsetzungszüge der Standort auf der Graf-Reinald-Straße in Erkelenz erhalten.
Im Laufe der Jahre wird ein Instandsetzungszug abgegeben und für die Fahrzeuge des verbliebenen Instandsetzungszuges in Erkelenz-Kückhoven eine Halle als zusätzlicher Stellplatz angemietet.

1978
Der Ortsbeauftragte Martin Bollenberg verstirbt. Günter Wallrafen übernimmt fortan das Amt des Ortsbeauftragten.

Aktivitäten 60er / 70er / 80er Jahre
Brücke Das THW nimmt zu dieser Zeit ausschließlich Zivilschutz- und Katastrophenschutzaufgaben wahr. Die Aktivitäten in der Öffentlichkeit sind kaum wahrnehmbar, da ein Einsatz nur im Katastrophen- und Verteidigungsfall rechtlich möglich ist.
Während dieser Zeit werden im Rahmen der Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit einige Holzbrücken in Wegberg gebaut (beispielsweise die kleine Brücke an der Burg Wegberg).
Entlang der Schwalm wird von Wegberg ausgehend bis zur Tüschenbroicher Mühle eine Landschaftsreinigung durchgeführt. Der OV ist hiermit ein ganzes Jahr beschäftigt.
Bei Wegberg-Arsbeck wird für die Feuerwehr Wegberg ein Brandüberwachungsturm gebaut. Der 18 Meter hohe Turm aus Rund- und Halbrundhölzern dient zur Früherkennung von Waldbränden auf der ca. 180 ha großen Waldfläche im Gemeindegebiet.
Die Bauarbeiten erfolgen im Herbst 1969 unter widrigen Wetterbedingungen: Regen, Windstärke 7-8, Temperaturen unter 0 °C.
Die Leitung obliegt dem langjährigen stellvertretenden Ortsbeauftragten und Bauingenieur Matthias Reiners.

Eine Episode am Rande:
Während der Bauarbeiten erreicht die Helfer vor Ort ein Hilfeersuchen eines Brandmeisters der Feuerwehr:
„Ihr müsst uns helfen - soeben rief die Polizei an, eine Kuh ist in einen Sumpf geraten … wir haben keine Möglichkeit … aber Ihr habt doch … !“
Bewaffnet mit Greifzug, etlichen Halte- und Bindeleinen kann das Tier mit vereinten Kräften aus dem eiskalten Sumpf befreit werden.
Für die Helfer, die bei -6 °C bis zu den Knien im Wasser gestanden haben, sind die Bauarbeiten am Turm für diesen Samstag zunächst beendet.

Mit Änderung des Zivilschutzgesetztes ergeben sich auch Einsatzoptionen bei allgemeinen technischen und humanitären Hilfeleistungen und in der alltäglichen Gefahrenabwehr im Zusammenwirken mit Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen.

1991
Einsatz nach dem Sturm „Wiebke“ in der Eifel, Großraum Blankenheim. Die Aufgaben umfassen das Freiräumen von Straßen, Wegen und Wasserläufen sowie die Bekämpfung der Borkenkäferplage durch Rodung und Abbrennen des befallenen Astgehölzes unter Anleitung der Forstbehörden.

1994
Aufgrund der weltpolitisch veränderten Lage wird die Struktur des THW auf den Prüfstand gestellt. Neben dem ursprünglichen Zivilschutzauftrag im Verteidigungsfall rücken die Hilfeleistung bei der Beseitigung von Großschadenslagen sowie humanitäre Auslandshilfe immer mehr in den Vordergrund.

Im Rahmen des THW-Neukonzeptes werden im Ortsverband Erkelenz die 2. Führungsgruppe Bereitschaft HS, der 1. Instandsetzungszug HS sowie der 7. Bergungszug HS aufgelöst und in den neuen 1. Technischen Zug Erkelenz überführt.

Bedauerlicherweise können durch Reduzierung von Personal und Ausstattung ungefähr die Hälfte der aktiven Helfer langfristig nicht in das Neukonzept integriert werden.

Dennoch greift das neue modulare Konzept mit dem Grundsatz „Nicht jeder braucht alles“.
Das THW ist jetzt mit kleineren Moduleinheiten auf Anforderung der zuständigen Stellen für die Gefahrenabwehr und zur Schadensbekämpfung schneller und schlagkräftiger einsetzbar.
Hieraus resultieren zahlreiche Einsatzaufträge der verschiedensten Behörden, beispielsweise bei der Bekämpfung von Tierseuchen sowie technischer Unterstützung von Polizei, Ordnungsämtern und Feuerwehren.

1993 – 1995
Nach der Schließung des Militärflugplatzes Wegberg-Wildenrath finden auf diesem Gelände verschiedene große Musikfestivals statt:
„Rock Over Germany“ (1993) und „Summer Jam“ (1994 und 95), “Route 66 Harley Davidson Summer Festival” (1994).
Der OV Erkelenz leistet hierbei mit Unterstützung der benachbarten THW Ortsverbände technische Hilfe:
Herstellen von Zugangswegen, Stromversorgung, Beleuchtung und Bereitstellung der Infrastruktur für den Campingplatz.

1997
Gründung einer Jugendgruppe mit anfänglich drei Jugendlichen. Die Mitgliederzahl steigt erfreulicherweise bis Jahresende auf 13 an. Interessant: Einer der ersten Jugendlichen ist der heutige Ortsbeauftragte.

1997 / 1998


Seit Mitte der achtziger Jahre laufen Bestrebungen für eine neue Unterkunft. Da sich kein geeignetes Objekt zur Anmiete findet, beginnt der Bau der neuen Unterkunft in Erkelenz auf der Ferdinand-Clasen-Straße 31.
Nach einer Bauzeit von August 1997 bis Oktober 1998 kann die neue Unterkunft bezogen werden.

1999
Großeinsatz beim Absturz eines Tankflugzeuges auf der NATO Air Base Teveren. Einsatzschwerpunkt für das THW ist das Ausleuchten der Großschadensstelle, die Herstellung von Zugangswegen und weiteren zahlreichen Hilfeleistungen im Auftrag von Bundeswehr, NATO Flughafenfeuerwehr, NATO Streitkräfte und US Air Force. Die Ausstattung verbleibt ca. fünf Monate an der Einsatzstelle und wird fortlaufend von THW - Einsatzkräften betreut.
Unterstützung der Feuerwehr bei einem Großbrand auf zwei aneinander liegenden Bauernhöfen. Hauptaufgabe ist die Beräumung der teilweise noch brennenden Strohlager unter Atemschutz. Das THW Erkelenz stellt zwei Atemschutzgruppen. Weiterhin werden vier weitere benachbarte Ortsverbände hinzugezogen. Die Befüllung der Atemluftflaschen erfolgt teilweise mit dem Atemluftkompressor in der THW-Unterkunft Erkelenz.

2000
Im Januar nimmt der OV Erkelenz mit einigen Helfern am ersten Auslandseinsatz teil. Nach einer Sturmkatastrophe kommt es in Frankreich zu großflächigen und lang anhaltenden Stromausfällen.
Das THW leistet technische Hilfe bei der Versorgung der Bevölkerung, Aufrechterhaltung der Infrastruktur und Wiederherstellung der Stromversorgung.

2002
Das Elbehochwasser im August 2002 fordert den bisher größten Einsatz in der Geschichte des THW. Insgesamt kommen ca. 24.000 Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet zum Einsatz, darunter auch 37 Helfer des OV Erkelenz.

2003
Auszeichnungen für den Einsatz beim Jahrhunderthochwasser 2002: Die Einsatzmedaille Fluthilfe 2002 der Bundesrepublik Deutschland sowie die Elbeflutmedaille 2002 der Länder Brandenburg und Sachsen wird an 37 Helfer des OV Erkelenz verliehen.

Weitere markante Einsätze 2005 – 2010
Katholischer Weltjugendtag in Köln und Umgebung: Logistik und Versorgungsaufgaben beim Besuch des Papstes (August 2005)
Fußball-WM-Spiel in Gelsenkirchen: Beleuchtung und Stromversorgung für einen Behandlungs- und Bereitstellungsplatz des Rettungsdienstes (Juni 2006)
TV-Live-Sendung „Wetten, dass…?“ vom Flughafen Düsseldorf: Ausleuchten der Außenwette auf einer Landebahn (Februar 2009)
Einsturz des Stadtarchives Köln: Unterstützung der Berufsfeuerwehr bei den Räum- und Sicherungsarbeiten (März 2009)
Unterstützung der Brandweer Limburg Zuid in Landgraaf (NL) bei einem Strohmietenbrand (Mai 2010)

2008/2009
Mit Erreichen der Altersgrenze übergibt der Ortsbeauftragte Günter Wallrafen am 13.06.2009 sein Amt an Michael Settels.

 

2010
Der OV Erkelenz feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einem großen Tag der offenen Tür mit Unterstützung aller Helfer und weiteren Ortsverbänden aus der Umgebung.